Zivildienst:
Herr Fahrner...
ist gestorben. Er war Postler. Musste oft Speiben und hatte ein Loch im Ohr, wusste aber nicht woher. Vormittags laß er Kronenzeitung. Nahm an vielen Aktivitäten teil. Die sind gut, die Burschen vom Qi Gong, hatte er mir erklärt. Und sie sind gut. Es ist aber nur einer.
Herr Pipp
ist Woody Allen, Nur etwas älter. Früher war er Friseur. Heute geht er selber einmal im Monat zum Friseur. Er rasiert sich selber, geht allerdings nicht selbst aufs Klo. Wozu auch. Er redet kaum, trägt auch gern Hüte. Grummelt gerne mit dem Rasierer mit und fällt ab und zu vom Sessel.
Frau Grohmann...
...hat Raucherbeine. Sie will rauchen. Aber sie darf nicht mehr. Nicht mehr auf "ihrem Platz". Nicht, weil es nicht gut für sie wäre. Das wäre ebenso schwachsinnig. Sie darf nun nicht mehr an ihrem Platz rauchen. Denn: ihr Platz ist in unregelmäßigen Abständen Mittelpunkt des Geschehens. Frau Grohmann mag nämlich die Feuerwehr sehr gerne. Daher war es letztens wieder so weit: Zigarette in Papierkorb. Kleines Feuer. Genug Rauch. Grohmann lacht. Rauchmelder pippt. Hausarbeiter löscht. Feuerwehr kommt. Schaut. Grohmann lacht. Grohmann zahlt. Einige Hundert Euro. Grohmann lacht und denkt: "Bis bald!"
Die Überlegung der Schwestern: "Den Sessel weg vom Papierkorb." "Den Papierkorb weg." "Grohmann weg von Lobby." "Grohmann weg, Grohmann senil, denkt nicht mehr."
Doch: Völlig falsch. Grohmann denkt und Grohmann hat Geld. Dieses spendet sie auf unterhaltsame Art der Feuerwehr. Grohmann wird wieder einen netten Platz finden.
"Was möchten Sie denn gerne Essen, Herr Hanousek?" "Die Nougatknödel." "Aber Sie sind Diabetiker." "Ich weiß. Scheiß auf die Schwestern." Er hatte mich überzeugt. Er hatte Recht. Das "mmh" war das Risiko wert.